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Ein Pullman Observation car …

- … für einen besonderen Zug – ein Extra train für den Superintendent -

 

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Da war zunächst ein schönes Lokmodell einer Chicago & North Western class D Atlantic, doch es stellte sich heraus, dass für den geplanten Zug keine passenden Wagen aufzutreiben waren. Doch wenn man mit einer Idee einmal etwas länger warten muss, so wie in diesem Fall, da ändern sich manchmal auch die Wünsche und Vorstellungen, denn schon seit geraumer Zeit hatte ich im Hinterkopf den Gedanken, dass statt des geplanten Suburban trains ein “Superintendent special train” auch keine schlechte Lösung sein könnte, also ein Zug für den Chief Executive Offizer – früher war das wohl der Superintendent – mit nur einem Wagen, dieser aber mit einer möglichst luxeriösen Ausstattung. Und ohne dass ich besonders danach gesucht hätte, taucht doch dieser Pullman heavy weight Observation car im Internet auf – und schnelles Handeln brachte den Erfolg, gekauft!
 
Wenn man nur lange genug im Internet unterwegs ist, da findet man dann auch sowas - der passende Wagen für eine Reise des CEO, wenn denn gerade kein Wagen der eigenen Gesellschaft verfügbar ist.  
Ein Wagenmodell des schon lange nicht mehr existierenden Importeurs Shoreham Shops Ltd., das, so der Verkäufer, ausgezeichnet lackiert und als Pullman-Wagen beschriftet ist. Und um genauer zu sein, ein 3 compartment – 2 drawing room observation car.
 
Dieses Modell ist genau das, was ich suchte, ein schönes Messingmodell eines Pullman heavy weight observation cars. Ein weiterer Personenzug kann in Angriff genommen werden!  
Nochmals von der anderen Seite, gleich wie, ich finde ihn schön und passend! Natürlich benötigt er ein paar Reparaturen und Ergänzungen!  
Eines ist sicher, mit 1900 hat dieser Wagen in Stahlbauweise nun nichts mehr zu tun, aber ich habe damit ein Modell, mit dem ich den Zeitraum so etwa ab 1920, und ja, sogar bis in die fünfziger Jahre abdecken kann, und damit auch zu einem Treffen der US-Bahner mit dem Zeitraum “Transition era”, also der Übergangszeit zu Diesel, teilnehmen kann! Auch wenn ich damit die Grenzen meines eigenen Modellbahnzeitraums wieder einmal kräftig überschreite, ich freue mich auf den besonderen Zug – und das entsprechende Lokmodells ist ja auch schon einsatzbereit. Sehen Sie dazu den Link ganz am Anfang dieser Beschreibung!

Aber ohne Arbeit geht es auch bei diesem Modell nicht ab und soweit ich das im Moment überblicken kann, gibt es ein paar wenige zwingend erforderliche Arbeiten wie auch solche, die mehr optischen Charakter haben, aber zu der Glaubwürdigkeit des Modells einfach notwendig sind.

Wenn ich da mal kurz aufzählen darf:

  • Das Modell hängt an einem Ende fast einen Millimeter tiefer als am anderen Ende, so dass die Kupplung viel zu tief über der Schienenoberkante sitzt, also eine unbedingt notwendige Reparatur! Und eine bösartige Überraschung dazu!
  • Eine Seitenwand, die nicht richtig mit dem Dach verlötet ist, gibt beim Zufassen nach. Leider eine Operation, wo am besten gelötet werden müsste, allerdings dürfte es dann eine ordentliche Beschädigung am Lack geben. Also Kleben – und das an einem Messingmodell!
  • Drehgestelle, wo sich wenigstens eine Achse nicht dreht, da absolut kein Spiel im Lager ist, und schon der Hersteller die Wangen nach außen gebogen hat, ohne einen Freilauf aller Radsätze zu erreichen!
  • Ein Observation car fährt bei regulärer Wagenreihung immer am Ende eines Zuges und das mit der offenen Platform. Zugschlusslaternen an diesem Wagenende sind da also ein Muss! Mit den an den Drehgestellen anzubauenden Stromabnehmern kann auch das vorherige Problem gelöst werden.
  • Die wohl auch bei diesen Wagen nicht existierende Tür am Vestibülende des Wagens muss wenigstens durch ein Gitter ersetzt werden, welche es bei solchen Wagen mit Vestibül immer gab!
  • Warum dieses Modell ohne einen Faltenbalg am Vestibülende des Wagens geliefert wurde ist mir dann doch ein bisschen unverständlich! Das Modell ist zwar schön, aber nun auch nicht ganz neu, möglicherweise aus eine Zeit, wo dies noch nicht so üblich war? Auf alle Fälle – ergänzen!
  • Ein typisches Merkmal etwas älterer Modelle von Personenwagen ist auch das Fehlen einer Inneneinrichtung, die sollte also ergänzt werden!
  • Und wenn dann schon eine Inneneinrichtung entsteht, dann sollte auch die Beleuchtung des Innenraums ergänzt werden, denn ein Wagen mit ständig dunklen Fenstern ist auch nicht immer der optimale Anblick, zumal mit der Ergänzung von Zugschlusslaternen nach dem vierten Punkt die Grundlagen für eine Beleuchtung schon geschaffen sind.
  • Und wenn schon Innenraumbeleuchtung, dann sollten ein paar Reisende ebenfalls hinzugefügt werden, ansonsten sieht’s dann gar zu nackig aus!

Alles zusammen – nicht ganz wenige Reparaturen und Ergänzungen, die Schritt für Schritt bearbeitet werden sollten, teilweise eben auch müssen! Einem Einsatz des Modells steht nach Erledigung wenigstens der ersten vier Punkte eigentlich nichts im Wege, dazu vielleicht auch noch Punkt sechs. Alles andere kann dann je nach Möglichkeit nachgearbeitet werden, womit ich insbesondere den Einsatz des Modells zu einem US-Treffen in schon vier Wochen als gesichert sehe. Damit kann die Arbeit beginnen und es wird darüber zu berichten sein!

 
Und das ging ja gut los! Denn ein falsch montiertes Drehgestell verhinderte, dass der Wagen mit einer meiner Loks fahren konnte. Kurzschluss, aber das war wohl das geringste Problem! Die Schwierigkeit ist nur, dass auch dazu das Modell auseinandergenommen werden muss, denn die Drehgestelle sind von innen verschraubt, da der Drehpunkt genau über der mittleren Achse angeordnet ist. Eigentlich die einzig korrekte Lösung, für diesen Fall aber ein bisschen hinderlich.
 

 
Der erste Punkte war damit erledigt, der Wagenkasten und so stehen die Kupplungen nun auf richtiger Höhe, Kuppeln damit also kein Problem mehr.

Doch dann kam die Ernüchterung!
Zwar hatte ich die unterschiedlichen Höhen der Kupplungen ausgeglichen, doch was war eigentlich die Ursache dafür? Rahmen und Wagengehäuse war frei von Verwindungen oder Verbiegungen, also Drehgestelle? Ja, Drehgestelle, denn die waren nicht identisch! Dass diese Drehgestelle dann unterschiedliche Höhen der bolster hatten, das war damit eigentlich völlig zweitrangig geworden! Also ein extremer Mangel für das Modell, auf den weder der Verkäufer hingewiesen, noch ich mit den relativ schlechten Bildern beim Angebot erkannt hatte. Ich sage es ehrlich, ich fühlte mich arglistig getäuscht, zumal der Verkäufer keinerlei Anstalten machte, auf meine Mängelbeschwerde einzugehen. Ja, es war durch den Umweg über meinen Freund Bill in den USA leider auch ein Vierteljahr seit dem Kauf vergangen und auf eine mögliche Rückabwicklung des Kaufs wäre ich auch nur äußerst ungern eingegangen. Also selbst eine Lösung suchen! Zum Glück war es mein Freund Johannes, der ein glücklicheres Händchen bei der Suche nach Ersatz hatte als ich, er fand sehr gut passende Ersatzdrehgestelle vom südkoreanischen Hersteller BooRim, die ich sofort für einen sehr vernünftigen Preis bestellt habe. Also, alles wird gut, nur der Zeitplan, wie ich das Modell vorstellen und einsetzen wollte, gerät ein bisschen durcheiander.
Ich finde es immer noch bedauerlich und ärgerlich, dass mich ein Verkäufer eigentlich wissentlich derart geprellt hat.
 
Es blieb nur der eine Weg, auch wenn es ein Messingmodell ist - die flatternde Seitenwand musste mit dem Dach verklebt werden!  
Trotzdem, Weitermachen! Der zweite Punkt war natürlich problemlos zu bearbeiten, aber ich hätte allerdings die vorhandenen, aber gerissenen Lötstellen, die eine der Seitenwände mit dem Dach verbinden, lieber nachgelötet, was dann jedoch den Lack außen am Gehäuse zerstört hätte. Aber wenn man es genau betrachtet, ganz rechts im Bild am Rand ist auch geklebt worden und das wahrscheinlich schon vom Hersteller. Denn Lötspuren zur Fixierung der Stirnwände im Innern des Wagenkastens kann ich keine entdecken, Klebestellen allerdings gleich mehrfach. Sei es wie es sei, meine Reparatur sollte wohl Bestand haben!
 
Leider fast folgerichtig - fasst man dann mal ein Teil richtig an, da fallen die Einzelteile auch schon ab. Passt so richtig zu der oberflächlich verlöteten Seitenwand!  
Wenn man dann schon so richtig beim Bearbeiten ist – bohren und nachfeilen von zwei Durchbrüchen im Wagenboden – passiert genau das, was sich schon bei der losen Seitenwand gezeigt hat, oberflächliche Lötstellen, wo dann in der Konsequenz die Einzelteile abfallen.
(Wenn ich dies alles in die Mängelübersicht zuvor aufnehmen wöllte, dann wäre das schon fast eine Beschreibung für sich!)
 
Trotz der Probleme mit den Drehgestellen, als vorläufige Lösung müssen sie herhalten! Damit der Beginn der ''Elektrisierung'' - Stromabnehmer für die Radsätze!  
Auch wenn es nur eine vorübergehende Lösung ist, die Drehgestelle müssen für den nächsten Schritt der Bearbeitung einfach zur Anwendung kommen, auch wenn ich diesen Arbeitsgang mit den richtigen Drehgestellen demnächst noch einmal wiederholen werde. Damit Licht in und an den Wagen kommt, müssen zunächst Stromabnehmer, also Schleiferfedern an die insolierten Räder der Drehgestelle angebracht werden. Das was ich bei dreiachsigen Drehgestellen immer mache, die Lagerbohrungen der mittleren Achsen werden geringfügig erweitert, wodurch diese Achse ein wenig mehr Laufspiel bekommt und jedes Drehgestell damit wie ein zweiachsiges läuft. Ich kann mir die Stromabnahme an der mittleren Achse sparen, habe ich damit doch eine sichere Auflage der äußeren Räder und damit auch stets eine gesicherte Stromabnahme an allen Rädern der äußeren Achsen, als vier Mal auf jeder Schiene und das ist definitiv ausreichend!
 
Es werde Licht - und es ward Licht! Wenigstens erst einmal die Schlusslaternen.  
Führt man diese Arbeit fort, bekommt man dann dieses Bild! Die Schlusslaternen oder wie die Amerikaner sagen, die markers, sind montiert und leuchten, schön rot nach hinten und amber oder bernsteinfarben nach den Seiten und in Fahrtrichtung vorwärts und diese lassen sich natürlich mit einem bi-stabilen Reedswitch und einem Magnet schalten, ein und aus. Denn wenn der Wagen abgestellt sein sollte, müssen ja schließlich keine Schlusslaternen leuchten.
 
In diesem Zustand kann ich nun schon einmal eine Vorschau darauf geben, wie der Wagen mit der geplanten Lok einen Zug abgeben kann - den CEO Special train!  
Das ist das geplante Ziel – dieser Pullman observation car und mein “Rennpferd”, die Atlantic der Chicago & North Western als Special train für den Superintendent! Sehen Sie dazu bitte den Link zu diesem Lokmodell ganz am Anfang dieser Beschreibung. Noch ist an dem Wagen natürlich einiges zu tun, denn ich bin erst bei Punkt 4 der to-do-Liste.

Doch die Post aus den USA hatte wohl ein Einsehen, erst kamen die Absperrgitter für die Übergangstür des Vestibüls und dann auch die neuen Drehgestelle von BooRim, alles rechtzeitig, um das Modell beim US-Meeting in der folgenden Woche komplett bearbeitet einsetzen zu können.
 
Neue Drehgestelle von BooRim, wohl so ziemlich das Beste, was es gegenwärtig gibt. Die Stromabnehmer konnte ich ganz leicht von den vorherigen übernehmen.  
Schauen Sie sich die Drehgestelle an, ich glaube, dass diese wohl das Beste ist, was gegenwärtig an dreiachsigen Drehgestellen für heavy-weight passenger cars angeboten wird. Auch wenn die Konstruktion geringfügig verschieden zu den anderen Drehgestellen ist, mit ein paar Distanzringen konnte ich das Bolster gegenüber den Seitenrahmen etwas anheben und damit war die Wagenhöhe wieder ganz sauber einzustellen (die Kupplungshöhe ist da das Maß der Dinge) und darüber hinaus konnte ich damit auch die Stromabnehmer von den beiden alten Drehgestellen übernehmen, alles passt und die Train end markers leuchten wie zuvor.
 
Das Gitter für die Tür zum Übergang ist hinzugekommen und schon einmal ein Rahmen für die Montage des Faltenbalgs am Übergang vorbereitet.  
Mit dem nun ebenfalls vorhanden Absperrgitter an der offenen Tür zum Übergang ging es weiter. Auch wenn mancher es als Frevel betrachtet, ich habe diese Gitter von der Innenseite der Tür eingeklebt, die hervorragende Lackierung des Wagens wollte ich mit schwierigen Lötversuchen nicht versauen!
Ein Rahmen für die Befestigung des Faltenbalgs habe ich auch gleich noch ergänzt und nur dieser fehlt da noch!
 
Als Letztes nun noch der Faltenbalg am Übergang der ansonsten offenen und nur mit einem Gitter abgesperrten Übergangstür des Vestibüls - und alles ist getan!  
Das war die Aussage des Vortags, dass da noch ein Teil fehlt – aber das sollte nur einen halben Tag so sein. Faltenbalg dran – und damit fertig!
 
Sieht dieses Bild im Vergleich zu einem vorherigen nicht um einiges besser aus, wenn der Faltenbalg ergänzt und die richtigen Drehgestelle dran sind?  
Dieses Bild soll es dann doch noch sein. Vergleichen Sie es bitte mit einem ziemlich ähnlichen Bild zuvor! Nicht nur der bis dahin fehlende Faltenbalg vermittelt einen ganz anderen Eindruck vom Übergang von Tender zu Wagen, auch die nun korrekten Drehgestelle für ältere heavy weight passenger cars geben dem Modell das richtige Bild!

Alles in allem nicht sehr viel Arbeit, aber die kleinen Ergänzungen und Korrekturen waren unbedingt notwendig und ergeben doch erst damit ein “richtiges” Modell dieses Observation cars, finde ich jedenfalls! Der Zug für den Superintendent steht damit bereit und dazu möchte ich Sie auf meine Seite Züge – Züge – Züge verweisen, wo Sie diesen Zug nun auf einem größeren Layout im Einsatz sehen können.

 


 

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