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Old Time Coal Tower

- Eine Bekohlungsanlage aus früheren Zeiten -

 

Wegen der andauernden Bauarbeiten doch lieber der kurze Weg? >>> Zur Galerie

 

Leider kann ich bei dieser Beschreibung nicht mit einem Bild eröffnen, mit dem das dargestellt wird, was ich am Ende erreichen will. Auch wenn es derartige Bilder gibt – Urheberrechte und Copyrights verbieten es, hier mit einem solchen Bild zu starten. Deshalb muss vorläufig der gegenwärtige Bauzustand des Modells genügen.

Ein Bausatz aus den USA, ... ... die üblicherweise nur aus Leisten und Beschreibungen bestehen!


Das ist das, was die Amerikaner einen Bausatz nennen, ein Karton voller Leisten, ein paar Teile zur Detaillierung, Skizzen und eine ausführliche Beschreibung – aber die sind zumeist wirklich gut! Korrekterweise wird im Amerikanischen für derartige Bausätze zumeist der Begriff „craftsman kit“ verwendet; eben nicht nur vier Wände und zwei Dachhälften für ein Haus, was bei uns einen „Bausatz“ ausmacht.

Das soll es werden, eine historische Bekohlungsanlage oder wie die Amerikaner sagen, ein coal tower; hier schon einmal als fertiges Modell auf einem Bild des Model Railroaders vom Dezember 1996.

Damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, was diese vielen Leisten und Einzelteile einmal ergeben sollen, habe ich hier einmal ein Bild aus dem Model Railroader vom Dezember 1996 entlehnt, wo Sie sich dieses doch etwas außergewöhnliche Bauwerk schon einmal vor Augen halten können. Definitiv eine alter Kohleturm, gänzlich aus Holz und auch nur für eine relativ kleine Station beziehungsweise den zugehörigen eingine yard gedacht. Aber für mich ist der Hintergrund, dieses historische Bauwerk als durchaus funktionsfähiges Teil eines Eisenbahnmuseums einzusetzen, wo die betriebsfähigen Dampflokomotiven ihre Kohle bekommen, um dann auch mit dem einen oder anderen Touristenzug unterwegs sein zu können. So ist es zumindest angedacht, aber zuvor steht da schon eine ganze Menge Arbeit!

Bei einem Coal tower, da müssen alle Leisten einfach nur schwarz sein! Das Fundament ist vorbereitet - und alles muss mit Steckfüßen funktionieren.

Die ersten Schritte: Alle Leisten werden mit extrem verdünnter Farbe geschwärzt und die Grundplatte mit den „Fundamenten“ entsteht.

Das Gestell für den Kohle-Bunker ... ... auch noch mal von hinten.
Der Kohlebunker, schon auf dem Gestell aufgesetzt. Ein Blick auf die Seite - die einseitige Kohlerutsche ist erkennbar. Eben was für kleinere Stationen.


Das Gestell und dann der Kohlebunker oben draufgesetzt, allerdings noch ohne Dach.

Kohleturm und Förderturm ...

Schließlich auch der Förderturm mit dem hochbeinigem Gestell.


Der Aufzugsturm steht an seinem Platz, der mit einem Kohleförderer den Bunker mit Kohle befüllen soll – wenigstens dann, wenn alles fertig ist. Und noch immer sind die Dächer in Arbeit.

Einige Details des Förderturms und sogar mit Führungsschienen für einen beweglichen Förderkorb, den es wirklich geben soll.

Ein Blick auf Details: Das Gestell des Aufzugsturmes, wo an den Führungsschienen der Förderkorb mit der Kohle nach oben geführt werden soll.

Die Laufstege am Turm sind in Arbeit.

Vom Kohlebunker aus sind nun die Laufstege für Bediener und Wartungspersonal in Arbeit, die dann nach unten fortgesetzt werden. Auf vorherigen Bildern ist dieser Laufweg rund um den Aufzugsturm bereits vorbereitet. Noch sind jedoch keine Geländer angebracht, da diese Teile zu diffizil sind und bei weiteren Arbeiten wohl immer wieder beschädigt werden könnten.

Dabei der Versuch, viele Treppenstufen ... ... möglichst effizent zu verarbeiten.

Die Treppen in Arbeit, glücklicherweise sind die Treppenprofile als gelaserte Zuschnitte im Bausatz enthalten. Eine hohe Maßgenauigkeit und Gleichmäßigkeit der Aufstiege ist damit gewährleistet.

Das wird schon eine ziemlich anspruchsvolle Treppe, die aber gegenwärtig weder Anfang noch Ende hat. Nun ist sogar der Sandturm an Ort und Stelle.


Der erste Treppenaufstieg ist angebaut, aber da ich nach Empfehlung des Bauplanes die Laufgänge von oben nach unten baue, also eher ein Abstieg. Dieser endet gegenwärtig an einer Plattform an der Rückseite des Kohlebunkers und wird sich zukünftig weiter um den Sandturm herum weiter nach unten winden. Alles in allem wohl eher eine verrückte Konstruktion, aber genau das war es, was mich an diesem Kohleturm so sehr reizte.
Neben dem Kohleturm nun auch der zwischenzeitlich entstandenen Sandturm – ganz links der kleinste Turm des Ensembles.

Details der Laufstege mit einzeln verlegten Bohlen - oben am Turm ... ... und unten an der Bekohlungsplattform. Man beachte die 'Bauklammern', mit denen ich die Teile in Position halte.

Die Bilder mit einigen weiteren Details – einzeln verlegte Bohlen für die Laufstege und “Bauklammern” (im rechten Bild), die den ganzen Turm zusammenhalten.
Gab es das jemals so in den Staaten? Aber warum sollte es solch einfache Hilfsmittel eigentlich nicht gegeben haben?

Letztlich das vierte Teil des Bauwerks, ... ... das Sand-Trocknungshaus.

Und da das alles für ein Museum gedacht ist, bekommt es auch ein neu gedecktes Dach!

Als Letztes kam nun noch das Sand-Trocknungshaus dazu, ein kleiner Schuppen, in dem wie der Name es sagt, der Sand getrocknet wird, bevor er mit einem Gebläse in den Sandturm geblasen wird.
Dass dieser kleine Schuppen ein so schönes und gepflegtes Dach bekam, liegt einfach daran, dass dieser Kohleturm, auch wenn er noch so alt und von vor 1900 ist, als Objekt für das Eisenbahnmuseum gedacht ist – siehe hier die Anfänge zu dem im Aufbau befindlichen Eisenbahnmuseum – der von einem anderen Standort umgesetzt wurde, und da er eben nun im Museum stehen sollte, dann natürlich auch einen ordentliches Dach haben musste. Im alltäglichen Leben mögen Löcher im Dach ihre Berechtigung haben, in einem Museum sicher nicht.
Ist das eine halbwegs glaubhafte Erklärung? Mir wurde schon klar gemacht, dass es so schön eigentlich nicht sein könne. Aber wenn es sein muss, dann wird sich das nun auch leicht wieder ändern lassen. Die anderen Dächer sind ja auch noch nicht gedeckt.

Das war dann der Stand der Dinge, als sich der Auftragsgeber neu entschieden hat - englische Eisenbahnen. Weiterbauen? Wofür?

Das war dann der erreichte Stand. Auch das Sandtrockenhaus ist fertig und steht als viertes und letztes Teil des Ensembles an seinem Platz – ok, es ist noch nicht fixiert.

Aber leider wurde nun der Bau des Modells erst einmal unterbrochen, denn der, für dessen Module all das gedacht war, hat seine Pläne geändert, er war plötzlich zu englischen Eisenbahnen gewechselt. Zugegeben auch nicht schlecht, aber hier am Modell weiterzubauen, ohne so richtig eine Verwendung für Modell zu haben, da hatte ich in diesem Moment keine Lust. Aber vielleicht ändert sich das und dieses Modell wird doch noch vollendet werden?

Kommt Zeit, kommt Rat oder eine Idee oder ganz was anderes?
 

Und es kam ganz anders! Nämlich die Rückkehr der Module mit dieser Station zu unserem AMREG-Freundeskreis mitsamt des Museumsbahnhofs, für den dieser Kohleturm von Anfang an bestimmt war. Die letzten Bilder sind im Januar 2008 entstanden, das ist nun nahezu zehn Jahre zurück. Und da hätte ich fast nicht geglaubt, dass doch noch eine Verwendung eintreten könnte.

Damit ist die lange Pause vorbei, nun erst einmal Bestandsaufnahme und dann geht’s weiter!

Es geht weiter, aber eine Plattform an der Ecke des Treppenaufgangs, die mir nie gefiel, die wollte ich nun ändern.

Zwei Dinge, die es zu ändern galt. Zum einen ist der Sandturm in dem Ensemble falsch positioniert. Ich musste ihn aus einer hinteren Position möglichst nahe ans Gleise rücken, denn nur so können waagerechte Sandrohre vermieden werden, die den Sand aus dem Turm zur Lok bringen sollen. Da es nicht zu erkennen ist, ob dabei der Sand mit Druckluft durch die Rohrleitungen geblasen wird, habe ich mich für die einfachere und wahrscheinlichere Variante entschieden. Der Sand muss möglichst senkrecht nach unten fallen können und da sind waagerechte Rohre keinesfalls ein Lösung. Wenn Sie das Bild des fertig gebauten Modells zu Beginn verglichen, da ist genau so die im Plan vorgegebene Lösung realisiert, die meiner Meinung nach nicht so recht funktionieren kann.

Und damit hat sich auch eine Veränderung an der zuvor abgebildeten Plattform des Treppenaufgangs ergeben, die nun nicht mehr als Treppenaufgang rund um den Sandturm gestaltet sein muss. Das ermöglicht zugleich eine viel weniger komplizierte und meiner Meinung nach sinnvollere Treppenführung, die allein um den Kohleturm herum noch unten führt. Das was ich da zuvor als Eckplattform gebaut hatte, war für mich stets nur eine “Krücke”, die ich spätestens als sie fertig war, wieder umbauen wollte. Nun ist die Gelegenheit zum Umbau günstig und sogar angebracht!

Der Treppenaufgang ist fertig, noch ohne Geländer, aber klarer und weniger kompliziert, als der Plan das vorsah. Die Fassung des Bausatzes sah die Treppenaufgang noch um den benachbarten Sandturm herum vor, jetzt geht's direkt um den Kohleturm noch oben oder unten.


Wenn auch noch ohne Geländer – aber der Treppengang ist fertig. In jedem Fall sind die Podeste an den Ecken des Kohleturms rein konstruktiv um ein Vielfaches besser geworden und dass das Modell nun nicht mehr der Vorgabe des Bauplans entspricht, damit kann ich gut leben.

Und die Podeste an den Ecken sehen auch sehr viel großzügiger aus und sind dabei konstruktiv auch realistischer gestaltet.

Noch ein Detailbild, wie die ehemals “unmögliche” Ecke des Treppenabgangs nun aussieht, da sieht man die konstruktive Veränderung doch deutlich.

Das Nächste ist nun das Geländer, eine diffizile Sache insbesondere deswegen, weil die Gefahr besteht, dass beim Zufassen bereits gebaute Teile wieder abbrechen könnten. Und wenn nicht jetzt beim Bauen, dann mit Sicherheit auch später.

Mit dem Geländer geht's gut voran, die zweite und dritte Seite des Treppenaufgangs sind fertig.

Auf der oberen Plattform ist das erste kleine Teilstück des Geländers angebracht.



Links das erste Teilstück des Geländers an der oberen Plattform, mehr oder weniger zum Probieren ausgeführt. So ging es dann mit den Treppenaufgängen weiter, auch wenn mir tatsächlich schon zwei der Ausleger für die seitlichen Abstützungen der Geländer abgebrochen sind. Allerdings sind es die Stützen an den Ecken gewesen, die mit ihren außen stehenden Positionen natürlich exponiert angeordnet und damit auch besonders gefährdet sind. Werde ich sie eben zum Schluss nochmals ankleben, ist nun auch nicht besonders tragisch. Ich hoffe nur, dass es mir mit dem Geländer nicht auch so ergeht! Übrigens Kleben, alles mit Sekundenkleber, damit ich vorankomme, und dann auch etwas älterer, leicht angedickter Kleber, macht sich hier ganz ausgezeichnet. Mit Weißleim würde ich am Tag fünf oder nur wenig mehr Klebungen schaffen, da käme ich gar nicht voran. Vor allem wäre aber auch alles zu fixieren, ein nahezu unmögliches Vorhaben bei den vielen “Haken und Ösen” dieses Objekts.



Alles geht wider Erwarten seinen Gang, recht gut sogar! Ringsum sind nun Treppen und Plattformen des Kohleturms mit Geländern versehen und ich war überrascht, wie wenig ich bei nachfolgenden Arbeitsschritten von den vorher aufgebauten Teilen wieder eingerissen habe, versehentlich natürlich.
Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass an der unteren Plattform der Frontseite einige der zu sehr verwitterten und brüchig gewordenen Holzbalken ausgewechselt wurden? Die rechte vordere Ecke mit dem Aufstieg zur unteren Plattform ist gänzlich neu entstanden! Sonst wäre das Ding vielleicht auch zu grau und langweilig geworden!

Aber das ist natürlich noch lange nicht das Ende, noch steht einiges an, nicht nur die Dächer. Insbesondere die Kohleschute mit all den mechanischen Details fehlt natürlich noch und da bin ich gerade am Überlegen ob und wie ich eine bewegte Schute installieren kann, eine, die sich ab und bewegen lässt, natürlich elegant und unsichtbar gesteuert. Ich glaube, die Idee schon gefunden zu haben, die passenden Teile fehlen allerdings noch. Lassen Sie sich überraschen!
Zu allem Übel spielen dann auch noch die Lieferanten nicht so mit, wie ich es erwartet habe. Zwei Getriebemotoren bestellt und prompt wurden die mit der falschen Untersetzung versendet – dabei stand es doch ganz deutlich auf der Verpackung drauf, was es für welche sind. Lagen wohl einfach im falschen Fach?

Also doch die Dächer vorgezogen und in den folgenden Bildern gut zu erkennen – die Dachdecker sind bei ihrer Arbeit! Ich habe eine Weile mit mir gerungen und war letztlich doch nicht ganz glücklich mit der ursprünglich favorisierten Variante, die Dächer der hohen Türme mit Wellblech einzudecken. Das bei diesen alten Holzkonstruktionen? Angefangen Bei dem kleinen Sandtrocknungshaus hatte ich ja schon einmal mit einer Schieferdeckung angefangen, was Sie etwas weiter zuvor betrachten können, aber das wollte ich nicht auch noch auf die anderen Bauwerke ausdehnen. Also habe ich mich dann doch für das Material entschieden, was wohl am ehesten verwendet worden wäre, Holzschindeln! Wieder einmal, denn diese habe ich schon bei dem kleinen Schuppen verarbeitet, der als Unterstand für die “besonders wertvollen Exponate” des Museums dient. Und wieder habe ich mich auch für die recht grobe und wenig geordnete Variante entschieden, wo die Schindeln von Laien-Handwerkern recht unorthodox verlegt wurden. Wir würden sagen “frei Schnauze”, aber das scheint in den USA wohl eher die Regel zu sein, denn alle Zubehörhersteller bieten diese Variante immer wieder an. Für die Gebäude in den Städten werden dann auch “city shingles” angeboten, wo die Dächer dann mit gleichmäßigen Schindeln in “Reih und Glied” gedeckt sind, aber das kam hier für mich dann doch nicht in Frage.

Die Dachdecker sind bei der Arbeit. Nach einigen Versuchen habe ich mich dann doch für Schindeln entschieden, echte Holzschindeln! Zugegeben, es macht Arbeit, jedes dieser Holzschnipselchen einzeln aufzukleben, aber dadurch entsteht auch ein Unikat!

So sieht’s aus, das erste kleinere Dach noch im Bearbeitungszustand und dann auch schon fertig. Hat letztendlich auch nur einen halben Tag gedauert.

Schluss mit Holzschnipseln für die Dächer! Auch das letzte ''Gebäude'' ist entstanden, ein Werkzeugschuppen unterhalb des Sandturms. Gefällt der Ihnen? So sieht's zumindest der Bauplan vor.

Das war’s dann erst einmal mit Dachdeckerarbeiten und am Ende bin ich froh, mich für die Holzschindeln entschieden zu haben. Ausnahme ist natürlich das Sand-Trockenhaus ganz links. Und dann kam nach Bauplan noch dieser Werkzeugschuppen unterhalb des Sandturms hinzu, eine Konstruktion “ohne Rahmen”, wie es der Bauplan nennt. Ich habe zunächst nach den Überresten der Holzwände gesucht, um diese Hütte zu bauen, bis mir die Skizzen zeigten, dass es tatsächlich nichts anderes als eine mehr als primitive Bretterbude sein sollte. Ich gebe zu, sie ist für mich mehr als gewöhnungsbedürftig! Und ich werde dieses Bauwerk, das natürlich immer noch nicht vollständig ist, dem Publikum in Foren wie meinem Freundeskreis mit den Fragezeichen vorstellen, wie ich sie auch habe. So belassen? Oder doch eine halbwegs gefällige Holzverkleidung für Wände und Dach anbringen? Ist immerhin ein Bauwerk, dass in einem Museum stehen wird und nicht irgendein x-beliebiges Eisenbahnrelikt, an dem kräftig dem Bedarf entsprechend herumgebaut wurde!

Ich lasse mich jedenfalls von den Meinungen überraschen, die da sicher kommen werden.

 

 

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