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Alte Gondolas der NYO&W für den Transport von Kohle

– NYO&W old time drop bottom gondolas –

!
You can read a compressed English description, including
comments of readers in my blog on Model Railroad Hobbyist.

 

Wollen Sie wirklich nur die Bilder sehen? Dann müssen Sie hier >>> Zur Galerie

 
— Update 21.04.2016: Interessante Vorbildfotos als Ergänzung, am Ende.

 
Viel, ja sehr viel Kohle müsste man eigentlich korrekterweise sagen, und wenn schon, dann auch Anthrazitkohle. Oder Anthrazit, wie es die Amerikaner sagen. Warum viel Worte, wenn die Bedeutung auch in Kurzform so eindeutig ist.

Diese gondolas., genauer drop bottom gondolas, also mit Entladetrichtern und Luken in Teilen des Bodens gehörten in großer Anzahl (über 4100 Wagen) der New York, Ontario & Western Railway, kurz der O&W, die diese zwischen 1890 und 1896 zur Erschließung neuer Kohlefelder notwendig machten und von verschiedenen Herstellern geliefert wurden.

Gondolas bei der Überholung - links ist eine dieser gondolas zu sehen, von denen ich hier schreibe.

• Hier ein Bild von einer Reparaturwerkstatt (car maintenance shop) der O&W
und links einer der Wagen, über die ich hier schreibe – courtesy O&WRHS

Einen herzlichen Dank an Jeff Otto, Präsident der Ontario & Western Railway Historical Society – O&WRHS für die freundliche Genehmigung zur Nutzung dieses und der folgenden Bilder auf meiner Website.

Ein kleiner Einblick in eine Kohleverlade- und Umschlagstation. Ich kann Ihnen versichern, dass dies eines der kleineren Terminals ist.

• Das Bild einer der Bahnstationen der O&W, hier in Middletown, NY,
wo die Kohle verladen und umgeschlagen wurde.

Der Streckenplan der NYO&W Railway, die die Kohle auf direktem Weg von den Minen zum Antlantik und den großen Seen transportiert hat.

• Der Streckenplan der NYO&W Railway mit direkten Verbindungen
von den Kohlefeldern zu den großen Umschlagszentren am Wasser.

Weitere und sehr viel schöne, vor allem historische Bilder finden Sie hier auf der Website der O&WRHS in den Photo of the Month Archives und Hot Shot Archives, wobei immer wieder Camelbacks. als Bildmotiv auftauchen – Lokomotiven, die auf Grund ihrer breiten Feuerbüchse mit dem großen Feuerrost im Besonderen für die Verfeuerung von Anthrazit ausgelegt sind.

Die O&W war zunächst eine reine Kohle-Beförderungsgesellschaft, deren Streckenführung die Kohlefelder in den Appalachian Mountains mit den Verladeanlagen in Weehavken (in der Nähe von Jersey City und New York City) am Atlantischen Ozean und Oswego am Lake Ontario verband. Die Wagen mit einer Länge von 27 Fuß (8,10m über die Rahmenendbalken) hatte eine Ladekapazität von 30 Tonnen, waren zunächst vollständig aus Holz gebaut und wurden nach 1910 systematisch von neuen Fahrzeugen mit Stahlrahmen und späteren Ganzstahlkonstruktionen mit höherer Ladefähigkeit abgelöst. Im Buch “Hard Coal and Coal Cars” von Martin Robert Karing III, Erstauflage 2006 by University of Sranton Press, schreibt der Autor, dass 1920 lediglich noch 200 Wagen dieses Typs im Bestand waren, die bis 1930 dann vollständig ausgemustert waren.
Die Wagen mussten eine Reihe von Umbauten über sich ergehen lassen. Ab 1896 wurden sie mit einer Luftdruckbremse (K-brake., der damaligen Zeit entsprechend) ausgestattet und ab 1899 wurden side trussrods. ergänzt. Ab etwa 1905 wurde bei einigen der Fahrzeuge gar noch der Holzrahmen durch einen Stahlrahmen ersetzt, wobei diese Arbeiten nur an einigen wenigen Fahrzeugen ausgeführt wurden, da zu diesem Zeitpunkt bereits neuere Wagenserien mit höherer Ladekapazität in Betrieb gingen. Interessant ist vielleicht noch eine Zahl – der Kaufpreis der Wagen der ersten Lieferserie lag bei genau $378.08 und stieg dann bis zur letzten Serie auf $450.00! Das ist ein Preis, für den man heutzutage eine Handarbeitsmodell einer einfacheren und etwas älteren Dampflok erhält. Oder auch einen passenger car mit gehobener Ausstattung und dann ist man oft sogar um einiges über diesen Preis.

Genau diese Wagen mit all den Umbauten und Ergänzungen, also mit air brake, mit trussrods und mit Stahlrahmen, stellt dieses Handarbeitsmodell dar, das 1987 in Korea produziert und von Old & Weary Car Shop importiert wurde. Und ich kann sagen, dass die Preise dafür erheblich unter den Angaben von BrassTrains.com lagen! Und meine neuen Modelle waren tatsächlich ganz neu und zwei davon hatten sogar schon eine Basislackierung erhalten. Im Gegensatz zu dem nachfolgenden Bild vom Vorbild wurden diese Messingmodelle mit archbar trucks. geliefert, was sicher auch nicht ganz falsch zu sein scheint, denn dies war definitiv die Ausstattung zu Beginn der Auslieferung. Und das will ich auch beibehalten, allerdings werde ich kurze 5′-Drehgestelle von Tahoe Modell Works einsetzen, das sind im Moment einfach die besten.
Aber es ist eben einiges daran zu tun, denn Handarbeit heißt nun wirklich nicht immer Qualität, und in nicht wenigen Fällen muss man was dran tun. Und das will ich beschreiben.

Das Vorbild dieser Modelle. Gebaut 1890, modernisiert und dabei anders als die Modelle mit Wolff-Drehgestellen mit frühen Stahlguß-Seitenwangen ausgerüstet. Courtesy O&WRHS.

• Nutzung mit freundlicher Genehmigung / courtesy O&WRHS

Nochmals einen Dank an die O&WRHS, durch deren Unterstützung und Genehmigung ich nun auch dieses Bild vom Vorbild präsentieren kann. Im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen sind diese Wagen ab 1908 oder auch schon etwas früher mit einer Westinghouse-Luftdruckbremse, der Zeit entsprechend eine K-Bremse., und mit Wolff-Drehgestellen ausgerüstet worden, die mit ihren “cast steel side frames”, also Seitenwangen aus Gussstahl, besonders auffällig sind. Dabei bevorzugte man zunächst Drehgestellwangen, wo die Achslagergehäuse nicht wie bei Bettendorf trucks. integrale Bestandteile der Seitenwangen sind, sondern wo man die Achslagergehäuse separat anschrauben und so von den alten archbar trucks weiterverwenden konnte.
Alles in Allem ein ziemlich interessanter Aspekt bei der Entwicklung von Eisenbahnwagen, der auch später bei der O&W mit der Einführung von T-section und U-section Andrew trucks fortgesetzt wurde.

Drei alte Gondolas aus Messing - Die Originale etwa 1890 gebaut und nur 27' lang und vollständig aus Holz. Natürlich die Originale.

Nun doch zum Umbau der Gondolas. Und als erstes Bild die drei Objekte, um die es geht. Auch wenn zwei davon schön schwarz lackiert sind, wird wohl eine Neulackierung hinterher notwendig sein. Es ist doch Einiges dran zu reparieren, zu ersetzen und zu ergänzen.

Und das ist das Ziel, so sollen auch die drei ''Neuen'' demnächst aussehen - oder sogar noch etwas besser!

So sollte das Ergebnis am Ende dann aussehen, alt, gebraucht, schwarz nicht nur von der Kohle, aber mit allen notwendigen Details, die dieses eine Modell noch nicht einmal besitzt, da ich eine “Generalüberholung” bisher gescheut habe. Immerhin ist es ein Messingmodell und da habe ich immer ein bisschen “Hummeln”, was die Arbeiten mit dem Lötkolben angeht.

Aber hier erst einmal, was ich so alles für “Probleme” sehe.

So wie diese sehen alle drei neuen Gondolas aus, ganz schön, aber doch mit einigen Mängeln.
Fast zwangsläufig konzentrieren sich die “Problemfälle” unterhalb der Modelle.
Die Bremse ist nur in groben Ansätzen korrekt und dazu auch noch liederlich gearbeitet. Gar nicht berücksichtigt wurde, dass diese Wagen an beiden Enden mit Handbremsen ausgerüstet sind.


Stirnseite mit Breme, übrigens auf der anderen Seite auch. Da gibt es immer was zu reparieren und zu ergänzen!
An der Stirnseite setzt sich das Thema Bremse fort, nahezu wie immer fehlen die Abstützung der Bremswelle und die Spindel für die Kette unterhalb des Rahmens völlig. Und wenn schon Entkupplungshebel, dann wenigstens vollständig, bei diesen Wagen nämlich von beiden Seiten des Wagens und nicht nur einfachst gebogene Drähte.


Auch innen gibt es fehlende Teile, aber die sind dann doch mehr als ganz spezielle Feinheiten anzusehen.
Auch hier innen fehlt eine Kleinigkeit, die allerdings mit der Kohleladung niemand so recht vermissen wird. Wie Sie sehen, ist eine der Entladeklappen geöffnet. Einfach nur ankleben oder zulöten? Nein, die fehlenden Schließketten anbringen! Die Welle dafür ist ja schon vorhanden.


Wenn Sie es nochmals genauer betrachten und im zweiten dieser kleinen Bilder ist der Mangel deutlich zu sehen, es sind nicht nur die Bretterfugen in die Bordwände hinein geätzt, sondern die Beschläge an den Eckverbindungen der Bordwände gleich mit. Wo diese doch eigentlich obenauf sitzen müssten und die Bolzen noch darüber stehen sollten! Und an den Stirnkanten der Bretter der Seitenwände fehlen sie natürlich, dann da kann nicht geätzt werden.
Wie wäre das zu korrigieren? An dieser Stelle bin ich mir absolut sicher, dass dafür meine Fertigkeiten im Umgang mit dem Lötkolben nicht ausreichen. Aber eine Lösung sollte auch für dieses Problem möglich sein, unbedingt!

Der Anfang ist gemacht - zunächst erst einmal die Farbe runter, um all die losen Teile und später auch neue anlöten zu können.

Als erstes musste einmal die Farbe runter. Sogar an allen Modellen, denn auch die scheinbar unlackierte Gondel hatte einen Schutzlack drauf. Ansonsten kann einfach nicht sauber gelötet werden.

Als erstes Detail sind Klappen-Verschlusskettchen angebracht, die wegen der Ladung wohl niemand mehr wahrnehmen wird. Für mich sind sie trotzdem unabdingbar.

Schon ist der erste Mangel korrigiert, Kettchen für die Bodenklappen sind angebracht, allerdings war die Arbeit aufwändiger als gedacht. Die Scharniere für die Klappen waren allesamt mehr als oberflächlich angelötet und mit der ersten Hitze vom Lötkolben fielen sie erst einmal gänzlich ab. Dafür sind die Modelle nach dieser Korrektur nun doch etwas solider verarbeitet – aber nur an dieser Stelle!

Vieles repariert und noch mehr Teile ergänzt. Handbremse mit Schaftlager, Entkupplungshebel, Entlüftungsleitung mit Ventil, Bremsschläuche ...

An der Stirnseite habe ich die meisten “Neuteile” angebracht, richtig lange Handbremswellen mit neuen Handrädern und einem Unterrahmenträger, wo jetzt die Zugkette zur Handbremse aufgewickelt wird, Entkupplungshebel über die ganze Wagenbreite, auswechselbare Luftschläuche, falls ein Ersatz notwendig werden sollte, das Entlüftungsventil mit Rohrleitung sowie alle Teile wieder angelötet und korrigiert, die lose oder nicht brauchbar waren.

... und unten drunter die Bremsanlage in einen recht vernünftigen Zustand gebracht. Dem Vorbild entsprechend!

Auch der Rahmen unten drunter hat seine Korrekturen und Ergänzungen bekommen, so dass nun insbesondere die Bremsanlage korrekt und vollständig montiert ist. Eine grundsätzliche Erneuerung war mir dann doch zu viel Arbeit, auf die ich letztendlich verzichtet habe. Schließlich sind diese Modelle keine Neubauten aus der Werkstatt Schröter, wo ich dann doch wesentlich detailverliebter oder pingeliger bin, je nachdem, wie Sie sie es beurteilen möchten.
Aber zunächst bin ich zufrieden und ein letzter, aber aufwändiger Arbeitsschritt kann folgen, hoffentlich mit wenig Beschädigungen des bisher Entstandenen.

Insgesamt stellten sich jedoch die Reparaturen als der wesentlich umfangreichere, vor allem aber als der schwierigere Teil der Arbeiten heraus. Die Detaillierungen und Verbesserungen der Modelle waren dagegen die reine Erholung, sozusagen Kleinkram, auch wenn es nicht ganz wenige Dinge waren, die ich bearbeiten wollte. Wenn jedoch anfangs bei jedem festen Zugriff oder den ersten kleineren Lötarbeiten die Modelle nahezu in ihre Einzelteile zerfielen, war das schon weniger schön. Ich hatte buchstäblich bei jedem Modell die Bordwände einzeln in den Händen. Dazu fielen fast alle Einzelteile erst einmal ab, da die Lötstellen eben zu fein, insbesondere jedoch zu oberflächlich und vor allem unsauber ausgeführt waren. Das betraf Handgriffe oder Aufstiegstritteisen, die zu oberflächlich angelötet waren, Bremserplattformen oder die Abstützungen der Handbremswellen, die lose waren und zudem nur aus ganz primitiv gebogene Blechstreifen bestanden. Die Luftbehälter der Bremsanlage waren gleich gar nicht angelötet, diese wurden nur durch Luftleitungen, sprich jämmerliche Drähte gehalten. Alles in Allem war neben der beabsichtigen Detaillierung auch eine richtige Gewaltkur notwendig, um an den Modellen alles in Form zu bringen! Man könnte es tatsächlich kurz zusammenfassen – solch schlecht verarbeitete Modelle hatte ich noch nie unter den Fingern. Aber das hier liest natürlich keiner der Hersteller oder der Importeur dieser Modelle.
So hatte ich es nun wirklich nicht erwartet! Es war aber schließlich auch nicht das erste Mal, das mir das passiert ist. Ich erinnere mich da an die Überarbeitung einer mill gondola, wo ich nur einige Korrekturen an der Bremsanlage vornehmen wollte, und plötzlich die Seitenwände in der Hand hielt.

Aber zwischenzeitlich ist es mit diesen Modellen weitergegangen, zunächst eines.

Und letztendlich sind auch noch die ursprünglich in die Bordwände eingeätzten Eckbeschläge außen aufgesetzt. Am Ende sollte wohl keiner mehr erkennen, dass diese aus Plastik gefertigt sind.

Das ist das Ergebnis, was ich ausprobiert habe – Eckbeschläge mit geprägten Niet- beziehungsweise hier Schraubköpfen als außen aufgesetzte Beschläge. Denn die bisher lediglich in die Wände geätzten und damit nur angedeuteten Beschläge, das war nun wirklich keine Lösung. Und das an einem Messingmodell!
Lesen Sie dazu die spezielle Beschreibung über Nietbänder und Knotenbleche, da erfahren Sie alle Details über die Technologie, die übrigens wirklich einfach und damit zum Nachmachen zu empfehlen ist.

Und nun habe schließlich alle drei Modelle diese Eckbeschläge erhalten - und damit sind sie fertig zum Lackieren.

Mit den übrigen zwei Modellen, die nun diese Beschläge auch erhalten haben, kann ich einen Schlussstrich unter diese Arbeit ziehen. Fertig zum Lackieren!

So sehn sie nun aus, diese drei Gondolas. Fix und fertig ''in ihrer natürlichen Umgebung'' - wie mein Freund Jörg schrieb, der sie auch lackiert hat.

Und so sehen die Modelle nun aus, hier auf der im Entstehen begriffenen Anlage meines Leipziger Freundes Jörg. Gefällt Ihnen diese Lackierung und Beschriftung auch? Saubere Arbeit, die man nicht alle Tage zu sehen bekommt. Vielleicht sogar ein bisschen zu sauber? Ich glaube fast, dass da noch ein bisschen Schmutz und Dreck mehr drauf muss, oder eine beschädigte Schrift, wo doch eigentlich nur mit sehr groben Gerätschaften die Kohle be- und entladen wird. Aber das wird sich nachholen lassen.

Nun noch eine Nahaufnahme! Hätten Sie etwas dran auszusetzen? Ich gebe zu, ich hätte. Vielleicht stimmen Sie mir zu, wenn Sie den Text gelesen haben?

Und das ist das Ziel, so sollen auch die drei ''Neuen'' demnächst aussehen - oder sogar noch etwas besser!
Und noch einmal eines dieser Wägelchen etwas näher ins Auge gefasst! Ich sag’s noch einmal, Farbe und Beschriftung sind exzellent und alles extra für diese drei Modelle hergestellt. Sehen Sie auch die feinen Unterschiede zum ersten, nicht überarbeiteten Modell – im kleinen Bild?
Die Wagennummer steht nicht mehr unten am Rahmen, sondern unterm Logo, einige der Beschriftungselemente sind neu und geändert – denn es handelt sich schließlich um drei Wagen, die genau wie beim Vorbild einer Modernisierung unterzogen wurden, und das war natürlich nicht nur eine veränderte Beschriftung. Im Übrigen zeigt das Bild vom Vorbild oben diese veränderten Merkmale und danach hat mein Freund auch die Beschriftung erstellt. Damit habe ich genau genommen nun zwei verschiedene Modelle, die sich sowohl durch ihre Konstruktion als auch die Beschriftung unterscheiden. Aber ist durchaus ein realistischer Vorgang, da gerade bei dieser Bahngesellschaft die Zeiträume der Umrüstung und Modernisierung stets über viele Jahre liefen und die Wagen aller Bauzustände stets gemeinsam im Einsatz waren. Gerade so auch hier; es ist nachweisbar, dass einige dieser Wagen nie oder nur in Gruppen und Zeit versetzt umgebaut und modernisiert worden sind. Also, zwei Wagentypen? Immer her damit, es belebt in jedem Fall die Modellbahn-Landschaft! (Wobei die Unterschiede nun wiederum auch nicht so groß sind und man schon genau hinschauen muss.)

Aber ein weiteres und sicher wohl auch letztes Wort zur Detaillierung möchte ich nun noch anschließen. Fällt Ihnen vielleicht wenigstens ein Detail auf, dass so eigentlich nach einem Modellumbau nicht mehr existieren sollte? Der kritische Betrachter wird’s erkennen – das Schloss der Spanneisen, das geht eigentlich gar nicht! Ein durchlaufendes Spanneisen!
Ich gebe es zu, mir war der Zustand und die Notwendigkeit einer Änderung beim Umbau der Modelle durchaus bewusst. Und doch hatte da die Bequemlichkeit gesiegt. Da diese originalen Spanneisen am Modell auch nur geprägte Bleichstreifen sind, hätte ich sie weder mit den alten noch mit neuen Spanneisen, die ich dann natürlich geteilt ausgeführt hätte, so richtig stabil verarbeiten können. Das hieße Spanneisen und Spannschlösser nach meiner Methode, alles neu! Und da diese neuen Spannschlösser dann aus Chrom-Nickel-Stahl entstehen, wären auch neue Spanneisen nötig gewesen, die nur mit sehr hohem Aufwand hätten eingelötet werden können. Da leider die Modelle sowieso nicht sonderlich gut gelötet waren, wären mir die Wagen dabei wohl gänzlich auseinander gefallen. Ich hatte so schon genügend Probleme mit unsauberen und liederlich ausgeführten Lötstellen. Also habe ich es gelassen, die Spanneisen sind nun, wie sie ursprünglich waren und ich muss damit leben.
Aber wenn ich nicht so ausführlich drüber geschrieben hätte, hätten Sie es erkannt?

Ein Nachtrag – ergänzende Bilder vom Vorbild!

Dank der Freundlichkeit eines nur aus einem Forum bekannten Modellbahnfreundes kann ich Ihnen jetzt zusätzliche Bilder dieser hopper-bottom gondolas präsentieren, die bisher wohl noch nie im Web gezeigt wurden. Ich möchte deshalb zunächst einen herzlichen Dank an Walt Kierzkowski aus Monroe, NY von der “Early Rail modeling” Yahoo Group aussprechen, der mir diese Scans alter Fotografien völlig uneigennützig zur Verfügung gestellt hat. Vielleicht kann ich über den Hintergrund dieser Bilder noch einiges mehr erfahren, dann werde ich dies natürlich hier einbinden.

Von einem Freund noch einige weitere Bilder dieser Coal gondolas, hier wohl noch ein etwas früherer Typ. Lesen Sie dazu bitte die Beschreibung.

Der Vergleich - achten Sie bitte auf die Entladeluken.
Man könnte meinen, dass dieser coal car der O&W auf dem Bild das Vorbild für die Modelle in diesem Beitrag gewesen sein könnte. Oder doch nicht? Können Sie vielleicht auf einen zweiten Blick hin den Unterschied erkennen, der diesen Wagen ganz eindeutig als einen Vorläufer zu den obigen Fahrzeugen kennzeichnet? Ich stelle Ihnen deshalb das Bild eines entsprechenden Modells noch einmal gegenüber.

Ich denke doch, dass ich mich nicht irre, dass auf dem schwarz-weiß Foto ganz eindeutig geöffnete Entladeklappen erkennbar sind, die durchgehend über die gesamte Wagenbreite verlaufen, wenn man mal von den äußeren Rahmenbalken absieht. Und damit ist der Unterschied deutlich! Dieses Bild zeigt eindeutig einen Wagen mit einem früher üblichen Holzrahmen, während des sich bei dem einleitenden Bild und bei den Modellen um Wagen handelt, die einen genieteten Stahlträger als Basiselement des Rahmens besitzen und bei dem die Entladeklappen geteilt ausgeführt wurden. (Auch wenn das mit dem Stahl für Sie nicht erkennbar ist, dies ist jedoch mit mir vorliegenden Zeichnungskopien nachweisbar, die ich jedoch auf Grund von Urheberrechten hier leider nicht zeigen kann.)
Ansonsten sehen die Fahrzeuge ja ziemlich gleich aus, wenn man mal die Drehgestelle vernachlässigt. Ja und ist das nun ein so großer Unterschied und wert, sich darüber auszulassen? Da kann ich Ihnen nur sagen, dass sich manche Modellbahner viel geringerer Abweichungen wegen ganz erhebliche Glaubenskämpfe liefern, aber muss ich das auch tun? Ein interessanter Unterschied, den ich da mit diesem Bild aufdecken konnte, was sich jedoch in keiner Weise bezüglich meiner Modelle auswirken wird.

Und diese Gondola ist definitiv noch älter! Vergleichen Sie dieses mit dem Bild zuvor, diese hier ist doch um einiges kürzer!

Und noch ein wohl bisher nicht veröffentlichtes Foto einer hopper-bottom Gondola der NYO&W, das nun deutlich einen wesentlich größeren Unterschied zu dem vorherigen Bild offenbart! Schauen Sie sich die stark reduzierte Länge des Wagens an! Nun wurde die Länge der vorherigen Wagen mit 27 Fuß angegeben, was sich auf die innere Länge zwischen den Bordwänden bezieht. Da sollte dieser hier wohl nur 23 Fuß lang sein, was dann auch mit den Fahrzeuglisten der O&W übereinstimmen würde. Aber damit ist diesem Wagen auch ein wesentlich früheres Entstehungsdatum zuzuordnen, das sogar bis 1882 zurückreichen kann. Und damit wird’s nun schon wieder richtig interessant, diese Vielfalt der Fahrzeuge vielleicht auch in einem Modellzug darzustellen? Aber das hieße dann wahrscheinlich auch, wieder einen Eigenbau auf die Beine zu stellen, was allerdings so kompliziert nicht sein würde – wenn denn nicht schon eine Menge Ideen über wünschenswerte Modellbauarbeiten im Kopf oder auf dem Arbeitsplatz wären. Also bleibt’s wohl dabei, von diesem Sachverhalt Kenntnis zu nehmen, aber zu einer Umsetzung wird es dann wahrscheinlich doch erst einiges später kommen, wenn überhaupt.
Allerdings höre ich da schon meinen Freund aus Leipzig mit den Hufen scharren – er und seine Modellbahn, bei der es im Besonderen um den Transport und den Umschlag von Kohle und auch noch genau in dieser Epoche um und nach 1900 geht.

Und dies ist wohl durchaus nicht ganz ungewöhnlich. Gerade in den frühen Jahren wurde gebaut und gebaut, oftmals ohne das Umfeld entsprechend zu berücksichtigen.

Und letztendlich noch zwei Bilder nahezu alltäglicher Begebenheiten, Unfälle, wobei es sich hier natürlich nicht feststellen lässt, was in diesem Bild die Ursache dafür ist. Am ehesten sieht es noch nach einem Auffahrunfall aus? Definitiv handelt es sich um Kohlewagen der O&W und eindeutig auch mit Wagen aus verschiedenen Entstehungszeiträumen. Im Vordergrund ist es so ein kurzer Wagen, im Hintergrund rechts, wo gleich drei Kinder am und auf dem Wagen Platz genommen haben, das ist definitiv ein modernerer Wagen mit Rahmenmittelträger und geteilten Bodenklappen. Und zur Bestätigung dessen müssen Sie nur noch die Rungen an den Seitenwänden zählen, dann werden die Unterschiede deutlich erkennbar!

Wenn sich dann solch ein Unfall noch auf einer Trestle ereignet, dürfte der Schaden ziemlich hoch und auch einigermaßen schwierig zu beheben sein! Aber lesen Sie in der Beschreibung auch einiges zu den besonderen Details an dem Wagen vorn.

Ja, und dieser Unfall erst, noch dazu auf einer trestle., bei dem nicht nur die Wagen eines Kohlezuges abgestürzt sind, sondern auch die Brücke einen nicht geringen Schaden genommen hat! Oder war gar die trestle selbst die Ursache dafür? Möglicherweise eingestürzt unter der Last der Kohlewagen bzw. collapsed, wie die Amerikaner sagen? Genaues weiß ich natürlich nicht, aber schaurig schön sieht’s dann doch aus.
Aber auch hier interessante Details an dem abgestürzten Wagen! Zum einen die Puffer, wie sie für den Betrieb mit link-and-pin-couplers erforderlich waren, und zum anderen eine Art Übergangskupplung, sowohl nutzbar für das Kuppeln mit link-and-pin wie auch mit den neueren Klauenkupplungen, auf die wohl zum Zeitpunkt der Aufnahme dieses Bildes gerade umgestellt wurde. Eine Kombination, wie ich sie noch nie zuvor so gesehen habe!

Ich gebe zu, eine großartige Ergänzung, diese Bilder vom Vorbild und die daraus zu gewinnenden Erkenntnisse, und für dieses Entgegenkommen bin ich dem Eigentümer der Fotos und für seine unkomplizierte Freigabe hier auf meiner Website sehr verbunden. Und mit ein bisschen Glück kommen sogar noch ein paar weitere Bilder hinzu.

 

 

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