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AB-Bremsen – dem Vorbild entsprechend!

- AB brakes – very close to the prototype! -

 

Nicht viel Interesse an diesem Thema? Dann vielleicht direkt zur >>> Galerie

 

Auch diese Beschreibung über AB-brakes möchte ich ausdrücklich als Idee und Anregung sehen, wie die oftmals kümmerlichen Fragmente einer Bremse unter den Wagenböden der meisten industriell gefertigten Wagenmodelle mit relativ geringem Aufwand und auch zumeist einfachen Arbeitsmitteln sehr viel korrekter und detailreicher gestaltet werden können. AB-Bremsen. lösten beginnend ab 1930 die bis dahin übliche K-brake. ab, da die Einführung einer leistungsstärkeren Bremse mit wesentlich verbesserter Funktionalität notwendig war, wobei insbesondere die Mehrlösigkeit und die Notbremsfähigkeit wesentlich verbessert wurden. Demzufolge sah das ganze Bremssystem ein bisschen anders als zuvor aus, wobei sich dies nun in erster Linie auf die Steuerung der Bremse auswirkte, also das System der Teileanordnung und damit auch das Leitungssystem für die Druckluft, während der mechanische Teil, die Bremsmechanik (brake gear), im Wesentlich kaum davon betroffen war. Und genau das möchte ich nachbauen, da bei meinen Modellen eine möglichst modellgerechte Bremse einfach dazugehört und diese Teile bei einigen Wagenmodellen oftmals recht gut zu sehen sind, zumindest wenn man die Wagen von der Seite und in Augenhöhe betrachtet.

Das ist der Beginn für den Bau einer AB-Bremse. Wer sich auskennt wird erkennen, dass im Gegensatz zur K-Bremse am Bremszylinder nicht auch der Luftbehälter einschließlich Steuerventil montiert ist, sondern dass dies alles separate Teile sind.

So geht's los! Bremszylinder und Zwei-Kammer-Luftbehälter sind montiert - und nicht zu vergessen, die Hauptluftleitung - train line im Amerikanischen. Denn diese liegt ganz dicht am Boden.

Das Erste ist die Montage der sogenannten train line, die Hauptluftleitung, die über – eher unter – jedem Wagen durch den ganzen Zug geführt und über die mittels der Druckluft die Bremse von der Lok aus gesteuert wird. Der hell schimmernde Draht, der etwa in Wagenmitte von einer Wagenseite auf die andere wechselt, ist deutlich zu erkennen. Und dann sind auch schon Luftbehälter wie auch den Bremszylinder angeklebt, in diesem Fall ein Teil aus einem Bremsteilesatz der Firma Tichy.

Die fünf Anschlüsse am triple-valve. Man sollte sie eigentlich alle mit den Luftleitungen nutzen. Hier am Modell sind die zwei Leitungen zu den beiden Kammern des Luftbehälters schon montiert.

Dieses Bild zeigt nun schon das montierte Steuerventil mit den ersten zwei “angeschlossenen” Luftleitungen, mit denen zum einen der Hilfsluftbehälter (linke Leitung) und zum anderen der Notfall-Luftbehälter angeschlossen sind. Wer sich jetzt wundert, dass auf der oberen Seite des Rahmens nur ein Luftbehälter zu sehen ist, dem muss ich sagen, dass er da einer optischen Täuschung unterliegt. Dieser Luftbehälter sieht zwar wie ein einheitliches Ganzes aus, besteht aber tatsächlich aus zwei Kammern, die aus zwei gleichen Behälterhälften und einer metallischen Trennscheibe in der Mitte zusammengeschraubt sind. Deshalb auch der im vorherigen Bild noch besser erkennbare Schraubflansch in der Behältermitte.

Zugleich sind hier im unteren Teil des Bildes an einem weiteren Steuerventil einmal alle Anschlüsse eingezeichnet und benannt, um eine Vorstellung von dem bereits und noch zu installierenden Leitungssystem vermitteln zu können. Stellen Sie sich dann dieses Steuerventil nach oben gekippt vor – das ist dann die Position, wenn es am Wagenboden befestigt ist.

Schließlich das komplette Leitungssystem - die Leitung zum Bremszylinder, der Anschluss zur Hauptluftleitung (mit dem Staubfilter dazwischen) und die ganz dünne Leitung zum Entleerungsventil, die zur Handbremse am Wagenende führt.

Das ist nun schon das Luftleitungssystem der AB-Bremse in seiner Gesamtheit – auch hier ein Klick ins Bild für eine vergrößerte Ansicht.

Neben der dicken Hauptluftleitung und den beiden Leitungen zu den zwei Teilen des Luftbehälters ist einmal die leicht diagonal geführte Leitung zum Bremszylinder hinzugekommen wie auch der am Steuerventil angeschraubte Staubsammler mit der direkten Verbindung zur Hauptluftleitung und auch der ganz dünne Draht (sorry, die Luftleitung) zum Handentlüftungsventil (retaining valve) in Richtung zum Wagenende. Damit ist das ganze Leitungssystem einer AB-Bremse auch schon fertig, wenigstens in der Standardausführung, wobei ein Bestandteil wohl fehlt – ein Hebel am Steuerventil und jeweils ein mechanisch verbundener Handhebel auf jeder Wagenseite, mit dem die load-/empty-Steuerung der Bremse eingestellt werden kann. Diese kleinen Hebelchen habe ich jedoch noch an keinem der separat erhältlichen Bremsbauteile-Sätze gefunden, so dass sie leider auch hier fehlen. Meine Hoffnung ist, dass diese Ergänzungen zur Bremssteuerung erst an moderneren Wagen zu finden ist und ich diese deshalb auch gar nicht berücksichtigen muss? Aber selbst in dieser Anordnung, wie ich hier die Leitungen zusammengesetzt habe, bekommt man dies bei keinem Modell geliefert, noch nicht einmal bei den zumeist recht teuren Messing-Handarbeitsmodellen. Es lohnt sich also doch, Hand anzulegen und damit etwas ganz Eigenes zu schaffen.

Die Bremsmechanik (hier für drei andere Modelle vorbereitet), die ich in der Regel aus Metall vollständig selbst baue und meistens nahezu identisch zu K-Bremsen ist, wobei es auch eine Reihe von Varianten gibt.

Mit einer in der Standardausführung zu K-Bremsen zumeist identischen Bremsmechanik geht es weiter, dies können Sie in meinem bereits beschriebenen Umbau von K-Bremsen im Artikel Korrekte K-Bremsen – für Modelle um 1900 finden.

Hier sind es zwei Modelle, die ich so ausgerüstet habe. Alle hellen Plastikteile sind übrigens Bauteile der Fa. Tichy, die schwarzen Lufbehälter waren aber auch die einzig brauchbaren Zurüstteile, die zum Bausatz gehörten. Mit der Montage des Bremsgestänges, das bei diesem Wagen mit den Fischbauchträgern nicht vormontiert werden kann, ist ''unten drunter'' dann auch schon alles getan.

Und so sieht die AB-Bremse nach der Fertigstellung aus – und das gleich im Doppelpack. Sicherlich werden Sie auch das hinzugefügte Bremsgestänge (brake gear) erkennen können, dass ich bei all meinen Modellen oder Umbauten in gleicher Weise ergänze. Mir fehlt an den Modellen immer etwas, wenn ich dies nicht tun würde …

Allerdings sollte die Handbremse nicht vergessen werden! Und das Entleerungsventil (retainer valve) für den Bremszylinder mit der angeschlossenen Luftleitung findet sich auch wieder - das kleine graue Teil unterhalb des Handbremsrades.

… auch wenn man es wie hier im Bild auf den ersten Blick kaum so richtig wahrnimmt, und noch weniger, wenn dann Farbe hinzugekommen ist. Aber ich glaube, dass immer wenn ich Modelle zu irgendeinem Treffen von US-Modellbahnern mitbringe, nahezu erwartet wird, dass es an meinen Modellen auch immer etwas Besonderes zu sehen gibt. Und ich gebe ebenso zu, dass ich mich natürlich freue, wenn eine solche Arbeit auch zu meiner eigenen Zufriedenheit gelungen ist.

Wer sich noch etwas intensiver mit der Materie auseinandersetzen möchte, dem sei noch dieses Link über das Rohrleitungssystem einer AB-Bremse aus amerikanischen Originaldokumenten ans Herz gelegt.
Zusätzlich möchte ich noch auf eine ausgezeichnete Beschreibung hinweisen, die sich umfangreich mit dem Thema Eisenbahnbremsen befasst, wenn Sie sich etwas intensiver mit dieser Materie auseinandersetzen möchten, insbesondere eben auch, wie diese Art der Bremse eigentlich arbeitet. Hierzu möchte Sie jedoch bitten, zu meiner Linkseite zu wechseln, wo Sie unter Quellen für meine Modellbau-Arbeiten den entsprechenden Link finden werden.

Natürlich sind im Laufe der Zeit immer wieder ein paar weitere Modelle hinzugekommen, wo ich mit der Installation von AB-Bremsen beschäftigt habe.
Hier das Beispiel eines PFE-reefers der Klasse R-70-2, zur Zeit des Entstehens und wohl auch bis zum Ende der Lebenszeit die größten Eis-Kühlwagen, die jemals entstanden sind. Eines wird jedoch gleich hiermit deutlich, die Anordnung der wesentlichen Teile Bremszylinder, Luftbehälter und Steuerventil muss nicht immer gleich sein, aber vorhanden sind diese Komponenten immer allesamt. Schon hier an diesem Modell ist der abweichende Aufbau zu erkennen.

Hier ein weiteres Modell, ein PFE-reefer vom Typ R-70-2, bei dem ich wohl so ziemlich alle Teile angebaut habe, die bei einer AB-Bremse dazugehören. Hier sogar mit der Besonderheit eines zweiten, parallel arbeitenden Bremszylinders, der bei beladenem Wagen zugeschaltet wird und so als Bremskraftverstärker wirkt.

Die Arbeit war insofern eine Besonderheit, da dies Arbeiten für meinen Freund Johannes sind, der nun einmal bei der Genauigkeit von Modellarbeiten keine Kompromisse kennt. Und das war natürlich auch für mich eine Herausforderung, alles so gut und genau wie möglich zu bauen. Sehen Sie auch den kleinen, zweiten Bremszylinder neben dem standardmäßigen, der bei beladenem Wagen zusätzliche Bremskraft generiert? Das ist aber nur ein Beispiel dafür, wie immer wieder der Situation und den Anforderungen entsprechend Modifikationen auch bei bewährten Bremssystemen ausgeführt werden.

Eine etwas ausführlichere Beschreibung zu diesen Modellen finden Sie bei den Beschreibungen über die Freight cars aus den Jahren um 1930.

 

 

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