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Ein kleiner zweiachsiger Switcher

- Mein allererstes Lokmodell aus den USA -

 

Das Ganze in abgekürzter Form – aber wollen Sie nur Bilder in der >>> Galerie?

 
Eine Überlegung, die sich für mich mit dem Bau des alten Kohleturms für das im Entstehen befindliche Eisenbahnmuseum ergab, war die Notwendigkeit, dass der Kohleturm auch ab und zu eine Lieferung Kohle benötigt, wofür ja letztlich auch das rückseitige Gleis zur Beschickung vorgesehen ist. Ein einzelner älterer hopper. für den Transport der Kohle ist schon angekommen – und die Lok, die den oder vielleicht auch die Wagen bereitstellt?

Bei solchen Dingen muss ich natürlich nicht lange nachdenken, meine Vitrine und das was drinnen steht kenne ich auswendig – und da kam mir dieser kleine switcher. als eine der Möglichkeiten sehr gelegen. Nie als Modell im Einsatz gewesen, aber damit hatte eine Idee das Licht der Welt erblickt.

Das ist das kleine Lokmodell, dass ich gern in Betrieb nehmen möchte. Ziemlich simpel, auch alt und wohl günstig erworben - aber mir gefällt dieser kleine Switcher von Rivarossi, selbst wenn er auch noch falsch beschiftet ist.  

In 1912, Baldwin constructed four Class C16 oil burning 0-4-0 saddle-tank switchers for use along the Baltimore water front where the danger of fire was high and curves were sharp. Around 1926 two of these tankers, No 96 and 99, were converted to coal burning engines with sloped tenders and were reclassified as C16a locomotives. Assigned to Philadelphia, No 96 and 99 were retired by the end of World War II.

Damit wissen Sie eigentlich schon so ziemlich alles über das Vorbild dieses Modells von Rivarossi und leider kann ich nicht mit Bildern dienen, denn nirgendwo finde ich irgendwelche vertrauenswürdigen Quellen, wo ich um Genehmigung zur Einbindung dieser Bilder auf meiner Website nachfragen könnte.
Daher nur soviel – ein Bild der originalen class C16 Satteltanklok, oft auch als Dockside switcher bezeichnet, finden Sie beispielsweise unter diesem Link, während das wohl so ziemlich beste Bild der umgebauten Lok mit Tender, nun class C-16a, wohl hier im Bild zu finden ist. Und um es zu ergänzen, nach amerikanischen Bezeichnungen waren dies eine 0-4-0T für die C-16 als Satteltanklok ohne Tender und eine 0-4-0 für die C-16a mit Tender. Siehe zur Bezeichnung der Achsfolge bzw. der Aufzählung der Räder wiederum das Lexikon – Whyte notation..

Ja, diese Lokomotiven wurden von der Baltimore & Ohio Railroad geordert und standen da ihr ganzes Leben lang unter Dampf, aber wie es nun einmal so ist, zur Steigerung des Absatzes haben Großserien-Modellhersteller jede nur halbwegs denkbare Möglichkeit genutzt, ihre Modelle an den Mann, von mir auch an die Frau zu bringen, die halbwegs plausibel erschien, manchmal auch weit darüber hinaus. Und so ist die Lok als CNW-Modell beschriftet, also für die Chicago & North Western Ry., und damit dort, wo die Lok niemals auch nur halbwegs in der Nähe war. Anfangs, und ich sagte es schon, dass dies mein erstes amerikanisches Lokmodell war, auch wenn es aus Italien kam, da hatte ich von diesen Feinheiten keinerlei Ahnung, mir hatte diese kleine Lok so recht gefallen, weil sie eben so klein und knubbelig war, dazu mit einer Achsfolge, die es bei den Reichsbahn-Lokomotiven nicht gab. Und heute? Da sehe ich gelassen drüber hinweg, dass da eine falsche Beschriftung dran steht. Dieses Modell wird nie zum Supermodell aufsteigen, da kann es bleiben wie es ist oder ich sollte mir ein Messingmodell der gleichen Bauart kaufen, Startpreis etwa ab 500 Dollar, jedoch ohne Begrenzung nach oben.

Aber ich will das Modell fahrbereit unter den heutigen Bedingungen machen, das heißt, dass es zum einen digitalisiert werden muss und darüber hinaus, dass die Radsätze nach europäischen Normen zu NMRA-konformen. Radsätzen modifiziert werden müssen. Zu den genannten Punkten kommt dann noch ein weiterer hinzu, hatte ich doch schon kurz nach dem Erhalt der Lok den Antrieb verändert, war aber damit nie ganz glücklich geworden. Dem ursprünglichen Schnellläufer mit einer Getriebeuntersetzung von 1 zu 12 (!) hatte ich ein neues Zahnrad mit 48 Zähnen verpasst, das ich extra in einer Zahnradfräserei hatte anfertigen lassen. Aber die Zahnrad-Fräsmaschinen waren schon damals so um die 100 Jahre alt, wenigstens sahen sie allesamt so aus, und im Ergebnis, lief das Zahnrad nicht wohl ganz rund und mit jeder Radumdrehung war deutlich wahrnehmbar ein gewisses Heulen verbinden. Ja und der Motor von Rivarossi, open frame und nicht mehr ganz zeitgemäß, da gibt es heute besseres ohne gleich zu Faulhaber und Co. wechseln zu müssen.

Da die Lok für einige mechanische Arbeiten unterwegs ist, kann ich mich derzeit nur dem Tender widmen, aber der ist ja fast immer das Herzstück der Digitalisierung.

Also ran an die Arbeit! Mit dem Tender muss es zwangsläufig losgehen, denn die Lok habe ich zu einem der besten Feinmechaniker geschickt, um zum einen die Radsätze auf das amerikanische RP-25-Radprofil. bearbeiten wie auch das Zahnrad überprüfen zu lassen. Vielleicht bekommt es Dank seine Hilfe dann doch noch den richtigen Rundlauf. Oder er zieht ein neues Zahnrad auf die Achse? Und vielleicht bekomme ich dazu auch noch zwei vernünftige Gegenkurbeln, damit ich die sehr primitiv gefertigte Steuerung verbessern kann? Der neue Motor liegt schon bereit und wird schon für die ersten Tests eingesetzt werden – und so geht es eben mit dem Tender los, der ja eigentlich auch das wesentlichere Teil bei der Digitalisierung darstellt.

Der Tender von unten, einfach nur alles Plastik, was wenigstens für die Gewährleistung der neuen Funktionalitäte geändert werden muss.

So sah der Tender im originalen Zustand aus, typisch Plastik, simpel und schnörkellos, da lässt sich zwar mit neuen Drehgestellen was machen, ohne dass da das Aussehen wesentlich verändert wird, aber der Tender muss eben auch Metallradsätze bekommen, denn die vier Räder von der Lok allein reichen ja nun für die Stromaufnahme im Digitalbetrieb wirklich nicht aus.

Das heißt dann, wenigstens neue Drehgestelle mit Metallradsätzen, damit man Strom aufnehmen kann. Von allen acht Rädern!

Nächstes Bild, die ersten Veränderungen. Die Drehgestelle sind nun von Tahoe Model Works und haben Metallradsätze, wo ich sowohl auf die Achse wie auch an die isolierten Radscheiben Schleifkontakte angesetz habe.

Was nicht zu erkennen ist, eine Dreipunkt-Lagerung der Drehgestelle hat der Tender natürlich auch erhalten.

Damit sind nun alle acht Räder des Tenders Strom-aufnehmend und was nicht zu erkennen ist, der Rahmen des Tenders hat eine Dreipunkt-Auflage bekommen. Darüber habe ich in einem anderen Artikel schon einmal geschrieben, siehe Dreipunktlagerung für Wagenmodelle, soll dies hier jedoch zu einer unterbrechungsfreien Stromversorgung des Lokmodells beitragen.

Für einen möglichst großen Lautsprecher habe ich den Boden des Kohlekastens ausgefräst.

Das nächste Thema, Unterbringung des Lautsprechers, der sich hier bei diesem Winzling von Lok in der Rauchkammer von selbst verbietet, auch wenn dies die von mir stets favorisierte Position bei den Lokmodellen ist. Wie ihn aber im Tender unterbringen, da ich auf die sehr kleinen I-Phone Speaker dann doch verzichten wollte? Meiner Meinung nach ist trotz Schallkapseln die Tonlage einfach zu hell, ich sage sogar zu piepsig! Mit ein bisschen Nachmessen wollte ich dann doch den von mir oft benutzen 18 Millimeter Lautsprecher von Uhlenbrock einsetzen, und um mehr räumliche Tiefe im Tender zu erhlten habe ich einfach den Boden des Kohlekastens von der Innenseite des Tenderghäuses ausgefräst. Die drüber liegende (echte) Kohleschicht ist zum einen hoch genug und lässt auf Grund der Porosität sogar die Schallwellen hindurch.

Aber mit dem18mm Uhlenbrock und seiner mikrigen Schallkapsel ist es dann doch nichts geworden

Doch der Sound mit der originalen Schallkapsel war einfach zu jämmerlich, das sollten Sie mir glauben, auch wenn Sie es nicht hören konnten.

Ein 20 Millimeter Lautsprechen mit einer wesentlich größeren Eigenbau-Schallkapsel war da schon wesentlich mehr zu hören, vor allem auch tiefer.

Also ein weiterer Versuch mit einem 20 Millimeter Lautsprecher von Railpower mit einer selbst angefertigten und etwas größeren Schallkapsel – und der Sound ist akzeptabel! Fast wie bei meinen größeren Lokmodellen! Der einzige Nachteil, ich musste anfangen, die Lage Blei, die ich auf dem Tenderboden schon aufgeklebt hatte, Stück für Stück wieder zu entfernen, weil ansonsten Tenderboden und Gehäuse nicht mehr aufeinander gepasst hätten. Und leider sollte es nicht die einzige Reduzierung des zusätzlichen Bleis bleiben.

Der Aufbau des Tenders vor dem Zusammenschrauben, alles drin, alles dran, alles untergebracht - Lautsprecher, Decoder und keep-alive-Einheit links plus ein bisschen zusätzliches Blei rechts auf den Boden geklebt.

Wer aber neben einem doch recht großen Lautsprecher auch noch Decoder und den Stromspeicher (keep-alive unit) in dem doch wirklich kleinen Tender unterbringen will, der muss auch mit Kompromissen leben – aber es ist mir gelungen. Sehen Sie im Bild links das vollgepackte Tendergehäuse und rechts Rahmen/Tenderboden mit seiner etwas reduzierten Bleiauflage in der Mitte zwischen den mit weißen Styrene aufgefüllten Vertiefungen der Bolster. Die Kabel, die jetzt noch frei in der Luft hängen, liegen, schwingen, das sind die Verbindungen zur Lok mit zwei Adern für die Stromabnahme, weiteren zwei für den Motor sowie Plus- und Minuspol für die Frontlampe. Alles in allem ein ziemlich einfacher Aufbau, auch wenn ich schon am Decoder die Verkabelung auf das abgeblendete Rangierlicht vorbereitet habe.

Um Ihnen – wenn auch ohne Lok – einen ersten Eindruck vom Sound des switchers zu vermitteln, habe ich dieses kleine Video auch auf Youtube hochgeladen.

Noch habe ich keinerlei Einstellungen am Decoder vorgenommen, aber gut zu hören und gut zu sehen, der Sound klingt so schlecht nicht und die rückwärtige Beleuchtung wie auch der Motor sind schon funktionsbereit. Der Rest sollte problemlos zu bewerkstelligen sein. Vielleicht auch ein paar Details noch an der Lok verbessern? Da hege ich so einige Gedanken.

Wenn dann die Lok von der Bearbeitung zurückgekommem ist, geht’s mit der Beschreibung hier selbstverständlich weiter!

 

 

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