Meine Besucher …

Bitte klicken Sie auf die Weltkarte zur Anzeige weiterer Statistikdetails.
---------------------------
Please click on map to see more statistical data.

 

Swift reefer – 100prozentige Modelle?

- Wie sich frühere Umbauten als ad absurdum herausstellten -

 

Zwei weitere Modelle, von denen ich zunächst glaubte, sie so als Modelle “von der Stange” behandeln zu können. Wenn auch geringe Änderungen vorhersehbar waren, so sind es diesmal zwei Reefer-Modelle. von Atlas in der Lackierung als Swift-Reefer, die ich mir aus einem ganz besonderen Grund zugelegt habe. Dieser hier ist einer von den beiden.

Nach einem ziemlich ähnlichem Bild vom Vorbild dieses Swift reefer Modells von Atlas habe ich lange gesucht.

Bevor ich ausführlicher auf diese Swift-Reefer eingehe, möchte ich Ihnen jedoch zunächst meine Beschreibung über die Decker reefer – die mit der Dachbeschriftung ans Herz legen, wie ich die gleichen, relativ guten Modelle von Atlas, jedoch mit einer anderen Lackierung, umgebaut und detailliert habe. Ich war mir zur damaligen Zeit sicher, dass sich da bei der Modellgestaltung einige erhebliche Konstruktionsfehler eingeschlichen hatten – das Fahrgestell zu hoch, der Rahmen völlig unpassend zur allgemeinen Konstruktion und insbesondere konnten die Türen eines Kühlwagens nicht nur vier und dazu auch noch absolut überdimensionierte Scharniere besitzen! Also habe ich die Modelle umgebaut und etwa in die Jahre um 1910 zurückversetzt. Und damit war ich mit diesen Modellen am Ende sehr zufrieden; abgesehen davon, dass sie auch noch eine ungewöhnliche Dachbeschriftung hatten.

Ich war mit mir und diesen Modellen sehr zufrieden, bis mir eines Tages ein guter Freund einen Hinweis gab, dass in einer leider schon beendeten Ebay-Auktion ein Vorbildfoto zum Verkauf abgeboten worden war, auf dem der abgebildete Reefer nahezu hundertprozentig den Modellen von Atlas entsprach! All das, was ich mit nicht ganz wenig Arbeit als vermeintliche Mängel behoben hatte, war nun als Realität durch dieses Vorbildfoto bestätigt – realtiv hohes Fahrwerk und insbesondere die vier fast übergroßen Scharniere an den Türen, die mich besonders gestört hatten, deutlich dokumentiert durch dieses Bild eines Reefers der Firma Swift, den dazu auch Atlas noch genau in dieser Lackierung angeboten hatte. Also doch keine Phanttasiemodelle von Atlas, die man unbedingt umbauen muss?
Meine Entscheidung war sofort gefallen, zum einen musste ich wenigstens einen solchen “vorbildgerechten” Reefer haben und zum anderen wollte ich, wenn nur irgend möglich, auch dieses Foto vom Vorbild beziehungsweise die Rechte zur Nutzung erwerben, um beides hier auf der Website miteinander präsentieren zu können.

Ich gebe zu, mit den Modellen hat es einige Zeit gedauert, denn die erste Serie mit dieser Swift-Lackierung war längst ausverkauft, aber es kam nach einiger Zeit tatsächlich eine zweite Auflage sogar mit weiteren Nummern auf den Markt, wo ich dann zugegriffen habe. Allerdings verstehe ich bis heute nicht, wie bei Originalangeboten von 39,95 Dollar diese Modelle dann etwas später bei Ebay mit unter 20 Dollar verkauft werden können? Glücklicherweise hatte ich die Geduld gehabt, etwas zu warten, so dass ich tatsächlich die günstigeren Angebote wahrnehmen konnte. Sind die Preisempfehlungen des Herstellers so weit über dem Einkaufspreis für die Händler, dass die Modelle am Ende bei Ebay mit stark reduzierten Preisen immer noch mit Gewinn verkauft werden können?

Aber mit den Modellen war nun der Grund akuter denn je, das Bild vom Vorbild zu finden beziehungsweise jemanden, der die Rechte an dem Bild besitzt und mir eine Genehmigung zur Nutzung auf meiner Website erteilen kann. Und da fingen die Probleme verständlicherweise erst richtig an. Schließlich war das Bild verkauft worden, glücklicherweise hatte ich jedoch einen Namen und fand über Ebay auch die Kontaktmöglichkeit zum Verkäufer. Aber trotz mehrerer Versuche keine Reaktion, was natürlich nicht so sehr verwunderlich ist. Das Bild war ja schließlich nicht mehr in der Hand desjenigen, der mir vielleicht hätte helfen können, zumal einem Unbekannten, wie ich es in diesem Fall war.

Nach mehreren erfolglosen Anläufen und endloser Wartezeit bin ich dann mit dem obigen Bild vom Modell in allen amerikanischen Foren auf die Jagd gegangen, um damit eine Kontaktquelle zu finden – und ich hatte Glück, wenn auch von einer ganz erwarteten Seite. Ein guter Freund, noch dazu ein ganz hervorragender Modell- und Anlagenbauer aus Kanada sprang mir zur Seite und stellte den Kontakt zum Verkäufer des Bildes her, über den ich dann den Rechteinhaber fand, wobei wiederum dieser Freund die Kommunikation übernahm und für mich ein gutes Wort einlegte. Auch dieser Inhaber der Rechte an diesem gesuchten Foto, ein Händler von Eisenbahnfotografien, hatte zunächst keinerlei Verlangen, auf meine Anfragen zu reagieren. Wie ein Bild- und Fotohändler dabei heute noch ohne Website und ohne Mailadresse agieren kann, ist mir allerdings völlig unerklärlich, aber ich habe mit Hilfe meines kanadischen Freundes letztendlich seine Genehmigung bekommen, und die sogar ohne einen einzigen Dollar.
Und das ist nun das Bild das Vorbilds, dass ich so sehr gesucht habe.

Das ist das Vorbildfoto dieses Swift reefers, das ich schließlich mit tatkräftiger Hilfe meines guten Freundes Wayne Toth aus Kanada gefunden habe - used by permission of R. Lieljestrand, of Bob's Photo.

Nutzung mit freundlicher Erlaubnis –
used by permission of R. Lieljestrand, of Bob’s Photo.

Einen besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle an meinen hilfreichen Freund aussprechen, Wayne Toth aus Kanada – besser noch als “Doc Wayne” bekannt, der gleich mit mehreren Telefonaten letztendlich den Kontakt zur richtigen Person herstellte und für mich die Erlaubnis erwirkte, dieses Bild hier nutzen zu können. Ich möchte Ihnen unbedingt empfehlen, einen Blick auf seine Arbeiten zu werfen. Wechseln Sie bitte zu meiner Link-Seite und rufen Sie das amerikanische Eisenbahnforum “Big Blue” gleich am Anfang auf, da werden Sie ganz schnell auf Beiträge von “doctorwayne” mit seinen Wagen- und Lokmodellen oder auch Bilder seiner großartigen Anlage stoßen, eine Augenweide sowie Ideen und Anregungen in Hülle und Fülle.

Natürlich war trotz aller Übereinstimmung des Modells zum Vorbild eines klar, ohne ein paar Handgriffe, also Veränderungen, wird es nicht gehen. Eine Abweichung am Modell ist klar erkennbar, die Handbremse muss etwas modifiziert werden. Atlas hat am Modell einen durchgehenden Handbremsschaft vom Dach bis hinunter zum Rahmen angesetzt, wo die Sperrklinke oben an der Dachkante sitzt und die Bremse vom Dach aus bedient werden muss. Aber das ist Technik von 1900 und früher und wurde definitiv ab den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts so nicht mehr gebaut und verwendet. Da waren es dann schon die Bremserplattformen an der Wagenstirnwand, von wo aus die Handbremse bedient worden ist, ganz so, wie es dieses Foto zeigt.

Das war ursprünglich das einzige Ziel der Bearbeitung, die Handbremse sollte so wie auf diesem Bild geändert werden. Aber bleibt es auch dabei?

Freie Nutzung dieses Bildes gemäß GNU Free Documentation License

So wie auf diesem Bild muss also die Handbremse umgebaut werden, auch wenn es ganz offensichtlich nicht ein absolut identisches Fahrzeug Bild ist. Der Unterschied ist nicht nur an den unterschiedlichen Aufhängungen der Türen erkennbar, aber die Handbremse auf diesem Bild kann absolut als Vorlage dienen. Und eigentlich sollte diese Änderung auch keine so große Arbeit sein, wenigstens war das der anfängliche Gedanke.

Kann es aber bei dieser einen Veränderung an den Modellen bleiben?
Eine Erkenntnis der vielen Suchvorgange und Recherchen war, dass die Firma Swift diese rote Lackierung mit dem großen weißen Swift-Logo für seine Wagen erst Ende 1949 einführte, das Bild also ab 1950 oder danach entstanden sein muss. Damit bin ich mit diesen zwei Modellen wieder ein ganzes Stück über den von mir favorisierten Zeitraum um 1930 hinaus, aber diese Erkenntnis kam erst, als ich die zwei Modelle schon gekauft hatte. Und nun darauf verzichten? Immerhin ist dieser Typ Reefer ab 1927/28 gebaut worden, den Kompromiss mit der zeitlich nicht korrekten Lackierund wollte ich dann doch eingehen. Damit ergab sich aber auch eine weitere Konsequenz.

Wie immer ein Blick unten drunter - mit der Erkenntnis, dass da wohl mehr zu machen ist, als ursprünglich gedacht. Ein richtiger Rahmen muss einfach sein!

Kann dieser Unterboden mit einer noch nicht einmal so richtig gut gestalteten K-Bremse auch so bleiben? Natürlich nicht! Und dabei habe ich schon die für diese Modelle so ganz und gar falschen truss rods. entfernt, man sieht’s an den verbliebenen Löchern in den Querträgern. Und da war dann auch noch die Aussage in einem Bauplan von Sunshine Models für genau diese Swift-reefer von Bedeutung, dass Swift von Anbeginn die Ausrüstung seiner Eisenbahnfahrzeuge mit AB-Bremsen forciert hat, als diese neue Bremse in den 30er Jahren entwickelt und eingeführt wurde. Also auch das will ich bei meinen Umbau gern berücksichtigen und dann ist eigentlich auch der Rahmen generell in Frage zu stellen, den ich schon früher als wenig vorbildgerecht eingeordnet habe.

Nun bin ich auf Grund einer anderen Arbeit noch nicht ganz so weit, dass der Umbau starten kann, aber es wird wohl darauf hinaus laufen, auch den Rahmen vollständig zu modifizieren, diesmal jedoch nicht als Holzrahmen wie bei anderen Atlas-Modellen, die ich in eine Zeit um und nach 1900 zurückversetzt habe, sondern als Stahlrahmen mit doppelten U-Trägern in der Mitte.
Und da kommt ein Gedanke auf! Sollte man nicht die in der Regel gut gestalteten Rahmen von Accurail als Ersatzbauteile in Betracht ziehen, wo doch gerade jetzt für die nächste Zeit neue 36-Fuß Boxcars angekündigt sind und sich darunter sogar eine Variante mit “straight frame” befindet, also mit gerade durchlaufenden Rahmenträgern? Also kein Fischbauchrahmen – und damit genau das, was ich für diese Modelle brauche!
Ich gebe zu, dass man über diese Variante nachdenken sollte, was allerdings zu Folge hat, dass es mit der Modifikation dieser Modelle und deren schnelle Inbetriebnahme nun doch nicht gleich was werden wird. Auch ein bisschen schade, zumal die Erstellung der Werkzuge für diese Modelle sich nach jüngsten Ankündigungen seitens Accurail Inc. doch noch etwas hinziehen wird. Schade! Und leider sind auch die Rahmen ganz ähnlicher Reefer mit 37 ft. Länge von Rapido Trains Inc. auch in keiner Weise verwendbar und Einzelbauteile bzw. Baugruppen der Modelle auch generell nicht lieferbar, wenn man mal von einigen wenigen angesetzten Teilen absieht.

Lange Rede kurzer Sinn, diese zwei Reefer werde ich in absehbarer Zeit dann dich noch nicht fertigstellen, ja deren Bearbeitung noch nicht einmal beginnen können. Leider richtig schade und dabei habe ich mich auf diese Modelle so gefreut!

Wird zur gegebenen Zeit natürlich fortgesetzt.

 

 

top